Hin und wieder werde ich gefragt welche Voraussetzungen man für ein Studium der Architektur mitbringen muss, um es erfolgreich absolvieren zu können. Meine Antwort darauf hat sich über die Jahre hinweg wenig geändert: Für mich ist immer noch die relativ gleichmäßig verteilte Freude an naturwissenschaftlichen wie auch an künstlerischen Disziplinen, ein Freude am theoretischen Denken wie am praktischen Tun eine der besten Grundlagen für den Architekturberuf.

Wenn man heute einen Architekten oder eine Architektin beauftragt, erwartet man gleichermaßen technische wie auch künstlerische Kompetenz. Es ist von daher schon immer müßig gewesen darüber nachzudenken, ob Architektur nun ein mehr technisches oder ein eher künstlerisches Fach ist, das Wesen der Disziplin liegt genau darin, dass es eben, wie wenige andere Berufe, beide Dimensionen miteinander verbindet.
Im Department Architektur werden die Teilaspekte des Architekturberufs durch fünf Fachgruppen / Themenbereiche abgebildet, denen alle unsere Fachgebiete zugeordnet sind: Gestaltung, Entwurf, Kulturwissenschaft und Theorie, Bauökonomie und Recht, Konstruktion und Technik.

Die vorliegende Internetpräsenz des Lehrgebiets Planen und Bauen im Bestand des Departments Architektur an der Universität Siegen bemüht sich diese breite Ausrichtung unserer Disziplin anschaulich darzustellen und in einer Gesamtschau der Arbeiten von Studierenden aus den vergangenen beiden Jahren die beschriebene Balance zwischen den genannten Themenbereichen aufzuzeigen.

Das Studium der Architektur bietet das Vergnügen beide Gehirnhälften benutzen zu dürfen.

Prof. Peter Karle
Quelle: Universität Siegen / Fakultät II: Bildung · Architektur · Künste / Department Architektur / Jahrbuch 2014
S.5, Vorwort des Departmentsprechers